Klassenzimmer am See
Das Projekt
Das KLASSENZIMMER AM SEE ist ein Projekt das im Rahmen der Initiative „Der Max-Eyth-See Stuttgart soll sauber werden“ ins Leben gerufen worden ist. Dieses Klassenzimmer liegt direkt am Stuttgarter Max-Eyth-See. Hier können Schulklassen/Kindergartengruppen/interessierte Gruppen aller Altersstufen das Thema Wasser hautnah in all seinen Facetten erleben, erfahren und erforschen. Dazu gehören unter anderem das Suchen und Sammeln von kleinen Wasserlebewesen, deren Beobachtung und Bestimmung. Es werden einfache ökologische Zusammenhänge, Nahrungsketten, usw. angesprochen.
Hierzu stellt die STIPHTUNG CHRISTOPH SONNTAG hochwertiges Equipment wie Mikroskope, Binokulare, Kescher, Sieb, Lupen, Pinsel, Pinzetten und Pipetten, verschiedene Wasseraufbewahrungsbehältnisse und verschiedene Bestimmungsbücher zur Verfügung. Ab Klassenstufe 10 gibt es zur chemischen Gewässeruntersuchung umfangreiche Kom- paktlabore. Diese Ausstattung ermöglicht und fördert didaktische, methodische und wissenschaftliche Ziele, sowie den gewässerökologischen Entwicklungen im Verlauf der Sanierungsmaßnahmen folgen zu können.
Hintergrund
Wesentliche Elemente eines Klassenzimmers scheinen Lernen und Lehren zu sein. Dies soll nicht in Zweifel gestellt, sondern ergänzt und differenziert werden, durch gemeinsames, engagiertes, nachhaltiges, begeisterndes, wegweisendes, futuristisches, kreatives, soziales, ästhetisches, problemlösendes und kompetenzorientiertes Lernen, um nur einige pädagogische Zielsetzungen aufzuzählen.
Lehr- und Lernprogramme
Alle Arbeiten werden in kleinen Gruppen durchgeführt, in denen alle Beteiligten aktiv mitwirken können. Bei Klassenbesuchen wird mit Klassenstärken von maximal 30 gerechnet, sodass wenigstens 5 Arbeitsgruppen gebildet werden können.
Für das Klassenzimmer am See 2023 wurde im Auftrag der Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg von der „Büro am Fluss GmbH“ ein überarbeitetes Konzept entwickelt und durch qualifizierte Referent*innen für die Durchführung der Veranstaltung bereichert. In diesem Jahr wurden die Durchführungs- und Unterrichtsmaterialien aktualisiert und ausgetauscht, sodass die Erforschung und Entdeckung des Gewässers noch intensiver, spielerischer und ansprechender gestaltet werden konnte.
Seit 2023 bereichert die für Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg das "Klassenzimmer am See" als wesentlicher Projekt- und Kooperationspartner.
Als eine Art verlängerter Arm des Umweltministeriums bereichert die Umweltakademie das Projekt durch die Bereitstellung von wissenschaftlich fundiertem Wissen sowie hochqualifizierten Pädagog*innen. Diese Zusammenarbeit ermöglicht es, den Kindern ein umfassendes Verständnis für Umweltthemen zu vermitteln und sie für die Bedeutung des Umweltschutzes zu sensibilisieren.
Herzlichen Dank für die Unterstützung!

Buchung über unseren Online-Kalender
Ihr möchtet mit eurer Klasse oder Gruppe am Klassenzimmer am Fluss/See teilnehmen?
Die Ausschreibung öffnet jedes Jahr Ende Januar / Anfang Februar.
Oder:
Sendet uns eine kurze Bewerbung über das Kontaktformular mit Angabe des Namens eurer Schule und eurer Klasse/Gruppe.
Handlungsbedarf
Kinder und Jugendliche in urbanen Räumen haben zunehmend weniger direkte Berührungspunkte mit naturnahen Lebensräumen. Eine Studie der TU Berlin zeigt, dass Artenkenntnisse und Naturverbundenheit unter jungen Menschen rückläufig sind. Städtische Jugendliche haben besonders selten Kontakt zu aquatischen Ökosystemen (TU Berlin, 2023). Die Naturbewusstseinsstudie 2023 des Bundesamts für Naturschutz belegt, dass 94 Prozent der Befragten Naturschutz für notwendig halten, das Wissen über konkrete ökologische Zusammenhänge jedoch oft fehlt (BfN, 2023).
Der 8. Jugendreport Natur bestätigt diese Entwicklung. 66 Prozent der befragten Schülerinnen und Schüler glauben, die Natur wäre ohne den Menschen in Harmonie und Frieden – ein Anstieg von 37 Prozent im Jahr 2010 (Jugendreport Natur, 2021). Grundlegendes Naturwissen nimmt ab, während eine romantisierte Vorstellung von Natur zunimmt. Diese Kluft zwischen idealisiertem Naturbild und fehlendem Erfahrungswissen erschwert einen sachlichen Zugang zu ökologischen Fragestellungen.
Die Region Stuttgart und der Rems-Murr-Kreis sind von dieser Entwicklung nicht ausgenommen. Beide Projektstandorte liegen in dicht besiedelten Gebieten, in denen Kinder Fließgewässer und Stillgewässer kaum eigenständig als Lernräume nutzen können. Zugangsbarrieren bestehen in Form fehlender pädagogischer Infrastruktur am Wasser, eingeschränkter Uferzugänge und mangelnder Begleitung durch geschultes Personal. Laut einer Bestandsaufnahme der Landeshauptstadt Stuttgart fehlen im Stadtgebiet geeignete Formate, die Naturräume gezielt als Lernorte erschließen (Landeshauptstadt Stuttgart, 2021). Die seit 2008 konstant hohe Nachfrage von Schulen deutet auf ein strukturelles Angebotsdefizit im Bereich Gewässerpädagogik hin.
Laut dem Umweltdatenbericht 2024 der LUBW konnten 2021 nur sechs Prozent der Fließgewässer-Wasserkörper in Baden-Württemberg als ökologisch gut bewertet werden (LUBW, 2024). Dieser Befund unterstreicht, dass Gewässerökologie als Bildungsthema für junge Menschen an Relevanz gewinnt.
Der Bildungsplan Baden-Württemberg 2016 verankert Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) als fächerübergreifende Leitperspektive. Gewässerökosysteme und Artenkenntnis sind in mehreren Fächern und Altersstufen als Kompetenzbereiche benannt. Die Umsetzungsstrategie BNE-BW 2030 betont darüber hinaus die Stärkung außerschulischer Lernorte und praktischer Naturerfahrung (Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg, 2023). Dennoch sind Angebote für praktische Gewässerpädagogik in der Region kaum vorhanden.
Vor diesem Hintergrund besteht ein bildungspolitisch verankerter Bedarf an einem dauerhaften, lokal zugänglichen Bildungsangebot für Kinder und Jugendliche an den vorhandenen Gewässern.





















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